Immer wenn Hemsbach gegen Gartenstadt spielt, ist was los. Letzte Saison ein 18:2-Sieg der SG, davor mal ein 5:6-Sieg in Gartenstadt. Und heute wieder ein Spektakel, was für ein Spiel. Mobiltelefon-Beweis, Rudelbildungen, rote Karten, und – Fußball wurde auch gespielt – es fielen zehn Tore. Jeder, der heute nicht im Stadion war, hat wahrlich etwas verpasst.
Chancen gab es auf beiden Seiten, und Gartenstadt war ein starker Gegner, der durch Schmitt in der 11. Minute in Führung ging. Anil Güner glich in der 27. Minute aus, ehe Mahmuti den VfB in der 33. Minute wieder in Führung brachte. Dann kam eine Situation in der 38. Minute, die es wahrscheinlich noch nicht gegeben hat: Der VfB-Torwart hatte den Ball in der Hand und legte ihn auf den Boden – alles aus dem Spiel heraus, ohne dass der Schiedsrichter unterbrochen hatte. Anil Güner ging zum Ball und wollte ihn ins Tor drücken, doch der Torwart nahm den Ball in letzter Sekunde wieder in die Hände. Das darf er nicht. Der Schiedsrichter pfiff und gab dem Gästetorwart die rote Karte. Daraufhin gab es Rudelbildungen, und beide Trainerbänke diskutierten lautstark miteinander. Dann liefen die beiden Gästetrainer mit einem Mobiltelefon auf den Platz und hielten es dem Schiedsrichter vor die Augen, der daraufhin draufschaute und seine Tatsachenentscheidung – die rote Karte – zurücknahm, was nur noch zu mehr Ärger führte. Zudem gab es, weil der Torwart den Ball zum zweiten Mal in die Hände genommen hatte, Freistoß für die SG aus sieben Metern vor dem Tor. Güner führte aus, aber die Mauer vor der Torlinie fälschte zur Ecke ab. Diese Ecke verwertete Blerim Hyseni in der 41. Minute per Kopf zum 2:2.
Zehn Minuten nach der Pause gab es ein Foul von Hemsbach mit Freistoß für Gartenstadt. Aber es folgte die zweite rote Karte für einen Gästespieler, nämlich Andreas Schamma – wahrscheinlich sprach er eine Beleidigung gegen einen Hemsbacher Spieler aus. Die SG nutzte das gleich aus: Nur eine Minute später brachte Güner die SG mit 3:2 in Front, und Lorik Bytyqi erhöhte zwei Minuten danach sogar auf 4:2. Es schien gelaufen – zwei Tore Vorsprung und ein Mann mehr. Aber dann gab es einen Foulelfmeter für Gartenstadt, den Franko Hagen zum 4:3-Anschluss verwandelte. Die Gäste wollten mehr und spielten forsch nach vorne. Hemsbach spielte aber weiter sehr gut und hatte seine Chancen. In der 72. Minute wurde Lukas Stadlmüller im Sechzehner gelegt, und es gab Elfmeter. Kapitän Leon Jung machte den Strafstoß sicher zum 5:3 rein. Das war's dann für den VfB: Lukas Stadlmüller und der eingewechselte Destiny Kator machten mit je einem absoluten Traumtor und dem 6:3 sowie 7:3 in der 87. und 90. Minute den Sack endgültig zu.
Aufstellung: Manitz – Hyseni (88. Kahveci) – Krosanke – Stadlmüller – Bytyqi – Jung – Murat Kapucu (20. Pascarella) – Reich (58. Kator) – Schöbel (88. Röller) – Shala – Güner
Trainer: Roman Magel Co-Trainer: Anil Güner
Schiedsrichter: Friedrich Schaible (TSG Weinheim)



