Mit dem MFC Phönix kam der Tabellendritte nach Hemsbach, der den zweitbesten Sturm mit 125 geschossenen Toren und mit 46 Gegentoren die viertbeste Defensive der Liga hat. Das ist ein schweres Kaliber, das der SG alles abverlangen wird – so der allgemeine Tenor in der Woche vor dem Spiel. Aber es kam anders. Die SG ist zurzeit nicht nur die Mannschaft der Stunde, sondern der Stunden, und hat umgekehrt den Mannheimern alles abverlangt. Man war nicht nur auf Augenhöhe, sondern phasenweise sogar die bessere Mannschaft.
Eigentlich hätte das Spiel gewonnen werden können, wenn nicht Albnor Berisha in der 30. Minute den Ball links vor dem Tor stehend am rechten langen Pfosten vorbeigechossen hätte. Und wenn außerdem der unglücklich agierende Schiedsrichter der SG nicht drei Elfmeter versagt hätte – zweimal klares Handspiel und einmal, als Dario Pascarella mitsamt dem Ball umgesensen wurde.
Mannheims bester Torschütze Emin Köse brachte seine Farben in der 28. Minute mit 0:1 in Führung. Aber die SG schlug eiskalt zurück: Albnor Berisha in der 35. und Lukas Stadlmüller in der 36. Minute drehten das Spiel innerhalb kürzester Zeit. Aber Phönix Mannheim ist eine starke Mannschaft, die ebenfalls Spiele drehen kann. Das taten sie auch: Shpresim Muslija schnürte einen Doppelpack in der 53. und 63. Minute, und schon stand es 2:3.
Aber die SG hat eine Wahnsinnsmoral auf den Platz gebracht und mit allem, was sie hat, nach vorne gespielt. Wenn man aber nach vorne spielt, gibt es meistens Platz für den Gegner – und gegen den MFC kann man ohnehin nicht alles verhindern. Luca Kahveci und Luis Krosanke mussten dann auch in allerletzter Sekunde gegen die Mannheimer Angreifer rettend eingreifen, sodass diese nicht jeweils im Alleingang auf das Hemsbacher Tor zusteuern konnten.
Der gerechte Lohn folgte dann in der 97. Minute: Christiano von Scheidt flankte millimetergenau von rechts auf den Kopf von Albnor Berisha, der den Ball zum 3:3 ins Tor bugsierte. Verdienter kann ein Ausgleich nicht sein. Der Jubel war groß, als hätte die SG gerade eben die Meisterschaft geholt.
Es war nicht nur das letzte Heimspiel in dieser Saison, sondern auch das letzte Heimspiel von Trainer Luciano Monachello, der zu Viernheim wechselt. Nach der Begegnung wurde er von Abteilungsleiter Paul Dillmann und Mannschaftskapitän Leon Jung mit bewegenden Worten und Präsenten verabschiedet. Luciano Monachello war sichtlich bewegt und rang mit den Tränen – erst recht, als er selbst zur Mannschaft sprach und emotional nach Worten suchte, diese aber dann so souverän fand, wie er immer souverän an der Seitenlinie stand oder selbst auf dem Platz agierte. Seinen Platz übernimmt der bisherige Co-Trainer und Rekordtorschütze Roman Magel.
Manitz, Rettig (80.Mema), Krosanke, Stadlmüller, Amallah, Jung (75.Christiano Von Scheidt), Berisha, Reich, Röller (75.Kahveci), Pascarella (68.Yildiz), Magel (68.Shala)
Trainer: Luciano Monachello, Co-Trainer: Roman Magel
Schiedsrichter: Milan Fath (TSG Lützelsachsen)


